Wasserkraftverband Mitteldeutschland e.V.

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Welchen Stellenwert nehmen die Erneuerbaren Energien im Wahlprogramm der CDU/ SPD/ LINKE/ Bündnis 90/Die Grünen/ FDP ein und welche Ausbauziele sollen gegenüber der Energieerzeugung aus konventionellen Energieträgern bis 2020 und bis 2050 erreicht werden?

CDU

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Sachsen ist durch das Erneuerbare- Energien-Gesetz und die Umsetzung des Landesentwicklungsplanes stark vorangekommen. Das Energie- und Klimaprogramm des Freistaates Sachsen hat ebenfalls entsprechende Zielgrößen verankert.

Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien muss sich aber stärker als bisher an den ökonomischen, ökologischen und technischen Realitäten orientieren und nötige Kapazitäten gewährleisten.

Für die Sächsische Union war die Absenkung der Ausbauziele im Freistaat ein Schritt in die richtige Richtung. Wir wollen den Ausbau sinnvoll begrenzen, dabei den regionalen Energiebedarf berücksichtigen und den Anstieg der Energiepreise stoppen. Daraus werden private Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie Unternehmen in Sachsen ihren Nutzen ziehen.

SPD

Unser Ziel ist die Umstellung der Energieversorgung in Sachsen auf 100 Prozent erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050. Dieses Ziel umfasst die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität. Wir wollen, dass bereits im Jahr 2030 die Hälfte der gesamten sächsischen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien gedeckt wird.

LINKE

In unserem Wahlprogramm ist dazu ausgeführt: „DIE LINKE. Sachsen will die Rahmenbedingungen für einen schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energien im Strom- und Wärmebereich bis spätestens 2050 aktiv gestalten. Bis 2020 ist dafür zunächst der Stromverbrauch zu mindestens 40 Prozent aus erneuerbaren Energien in Sachsen sicherzustellen – aktuell liegen wir bei etwa 20 Prozent. Bis spätestens 2040 werden wir den Ausstieg aus der Kohleverstromung in Sachsen abgeschlossen haben."

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen ein sächsisches Klimaschutzgesetz einführen, das als verbindliches Ziel vorschreibt, die Treibhausgasemission bis zum Jahr 2050 auf eine Tonne pro Kopf zu vermindern. Wir wollen mit dieser Zielstellung erreichen, dass bis 2050 die Energie für Wärme, Mobilität und Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren bereitgestellt wird. Dazu müssen bis 2020 die richtigen Weichen gestellt werden. Im Strombereich sind bis dahin mindestens 50 Prozent des Verbrauches aus Erneuerbaren Energien möglich.

FDP

Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit bei bestmöglichem Umweltschutz sowie schonender Umgang mit Ressourcen sind für uns die entscheidenden Kriterien einer zukunftsorientierten Energiepolitik.

Wir setzen in Sachsen auf einen breiten Energiemix. Eine zuverlässige und bezahlbare Energieerzeugung gelingt aber nur mit einem neuen marktwirtschaftlichen Modell zur Integration der erneuerbaren Energien. Markt und Wettbewerb müssen wieder als „Entdeckungsverfahren“ für die besten Lösungen und Technologien genutzt werden. Wir lehnen deswegen Vorgaben ab, die einen bestimmten Anteil erneuerbarer Energien zwingend vorschreiben.

Der weitere Ausbau sogenannter „Erneuerbarer Energien“ in Sachsen, wie Windkraft, Photovoltaik und Biogas, muss im Kontext mit dem tatsächlichen Energiebedarf, dem Ausbauzustand der Stromnetze, der lokalen Akzeptanz, dem Fortschritt bei der Entwicklung leistungsfähiger Speichertechnologien, der Gesundheit und der Lebensqualität der betroffenen Anwohner sowie dem Schutz der Kulturlandschaft und der Umwelt erfolgen.